Best Practices auf der hub.berlin – Europäische Smart Cities stellen sich vor

Beim diesjährigen business Festival des Digitalverbandes Bitkom, der hub.berlin, war die Smart City eines der meistdiskutierten Themen. Weshalb auch Mitglieder der Fokusgruppe Intelligente Vernetzung des Digital-Gipfels vor Ort waren und den aktuellen Darstellungen aus der Praxis folgten.

In einer Vortragsreihe mit dem Namen „Rethinking Urban Infrastructures: Empower Cities, Empower People“, stellten Prof. Dieter Rombach aus Kaiserslautern (Director Business Development Fraunhofer IESE), Jochen Partsch Oberbürgermeister von Darmstadt und damit Gewinner des diesjährigen bitkom Wettbewerbs Digitale Stadt, der „Smart City Amsterdam“-Strategieberater Frans Anton Vermast und der Smart London-Stratege Dr. Stepen Lorimer jeweils den Ansatz ihrer Stadt hin zu einer Smart City vor.

Prof. Rombach machte gleich zu Beginn der Vortragsreihe klar, dass vor allem für kleinere und mittlere Städte der Begriff „Smart City“ untrennbar mit der Einbindung der ländlichen Räume in das digitale Ökosystem der Region, mit einer Stadt wie Kaiserslautern als Mittelpunkt, verbunden ist. Auch für unsere Expertengruppe gehören die Begriffe „Smart City“ und „Smart Region“ untrennbar miteinander verbunden. Dies ergibt sich aus den beiden Trends demographischer Wandel und Verstädterung, die eine bessere Integration von Stadt und Land nötig machen und damit die Versorgung und Vergleichbarkeit der Lebensverhältnisse im nichtstädtischen Raum auch künftig gewährleisten.

Ein Ziel, dass auch einen Ansatz hervorhebt, der von allen Referenten als wichtig angesehen wurde: Den Menschen den konkreten Nutzen und Wert einer Smart City vor Augen zu führen. Die vielen denkbaren Anwendungen einer intelligenten Vernetzung im Lebensumfeld der Menschen können ihre Vorteile natürlich nur ausspielen, wenn sie auch genutzt werden. Den Nutzen für die Menschen hervorzuheben, bezeichnete daher auch der Amsterdamer Vertreter Frans Vermast als ständigen Ausgangspunkt der holländischen Behörden bei der digitalen Transformation der Hauptstadt. Er sprach von einer „Bottom-Up-Approach“. Die gesellschaftliche Teilhabe aller Bevölkerungsschichten und das Zusammenleben zu verbessern, sind auch für die Fokusgruppe Intelligente Vernetzung wichtige Grundlagen einer Smart City. Aus diesen ergeben sich für die Experten denn auch die hohen wirtschaftlichen Chancen und Einsparpotenziale der neuen Technologien und Anwendungen.

Ein weiteres Thema, bei dem Einigkeit herrschte, war die Errichtung eines digitalen, städtischen Plattformsystems, aus dem das digitale Ökosystem der Smart City erwachsen kann. Eine solche Plattform dient sowohl zum Austausch von Daten wie zur Anwendung digitaler Services und bietet Innovationen einen Entwicklungsraum. So wird beispielsweise auf der offenen Plattform „Apps for Amsterdam“ jeden Monat die beste neue Smart City Anwendung ausgezeichnet. Für die Fokusgruppe sind funktionierende Plattformen ebenfalls eine Grundvoraussetzung. Nur so lassen sich Insellösungen vermeiden, Rahmenbedingungen steuern und die Bürger zu aktiver Teilhabe ermutigen.

Diese gewünschte breite Teilhabe ist natürlich auf eine funktionierende Infrastruktur angewiesen – ein weiterer Konsens unter allen Smart-City-Akteuren in Praxis und Theorie. Die Fokusgruppe sieht hierin wohl die dringendste Herausforderung für eine fortschreitende digitale Transformation. Zwar scheint das Problembewusstsein auf der politischen Entscheidungsebene zu wachsen, doch sind sich alle Experten einig, dass Deutschland im Breitbandausbau und bei den Verbindungsgeschwindigkeiten hinterherhinkt und es einer großen Kraftanstrengung bedarf, um eine zukunftsfähige digitale Infrastruktur zu schaffen. Nicht ohne Stolz hob daher auch der Bürgermeister von Darmstadt, Jochen Partsch, den Umstand hervor, dass seine Stadt, von ihm als „deutsches silicon valley“ bezeichnet, die schnellsten Verbindungen in Deutschland bietet.

Den Mitschnitt aus der Vortragsreihe „Rethinking Urban Infrastructures: Empower Cities, Empower People“ können Sie sich hier anschauen:

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